Während ganz Polen kürzlich voller Stolz den Flug von Sławosz Uznański-Wiśniewski zur Internationalen Raumstation (ISS) verfolgte, lohnt es sich zu erinnern, dass dieser Erfolg auch unsichtbare Helden hat. Unter ihnen ist die SECO/WARWICK Gruppe – ein Unternehmen aus Świebodzin, dessen innovative Lösungen in der Metallurgie und Vakuumtechnik die Grundlage für die moderne Weltraumforschung bilden. Obwohl es selbst keine Raketen startet, sind seine Technologien das Fundament von Weltraummissionen, indem sie die Haltbarkeit und Präzision von Komponenten gewährleisten, die den extremsten Bedingungen standhalten müssen.
SECO/WARWICK spezialisiert sich auf Wärmebehandlung und Vakuumprozesse und liefert Anlagen, die für die Produktion von Titanlegierungen – einem essenziellen Material für den Bau von Raketen, Satelliten und Raumfahrzeugen – entscheidend sind. Für das französische Werk EcoTitanium produzierte das Unternehmen Vakuum-Lichtbogen-Umschmelzanlagen (VAR, Vacuum Arc Remelting) und Plasmabogen-Schmelzanlagen (PAM, Plasma Arc Melting), die das Umschmelzen von Titan im Vakuum ermöglichen. Dadurch werden Materialien mit beispielloser Reinheit und Homogenität erzeugt, die extremen Temperaturen und Strahlung widerstehen.
– Genau solche Technologien entscheiden über den Erfolg von Weltraummissionen – erklärt Sławomir Woźniak, CEO der SECO/WARWICK Gruppe. – In Anlehnung an Neil Armstrong: Ein kleiner Schritt eines Polen im Weltraum ist ein großer Sprung für die polnische Industrie. Wir als Unternehmen haben das Vergnügen, Teil dieser Geschichte zu sein – fügt er hinzu.
Das Unternehmen beschränkt sich jedoch nicht auf die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern. Seine Technologien fanden auch Anwendung im internationalen ITER-Projekt – einem experimentellen Fusionsreaktor, der in seinem Umfang mit dem Bau der Internationalen Raumstation vergleichbar ist. Für den US-Konzern General Atomics produzierte SECO/WARWICK Komponenten für den weltweit größten supraleitenden Magneten (Central Solenoid), der das Herzstück des Reaktors bilden wird. Obwohl es sich um ein Energieprojekt handelt, könnte seine Entwicklung die Arbeit an neuen Antriebssystemen für Raumfahrzeuge beschleunigen.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist die Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo ein Vakuum-Retortenofen von SECO/WARWICK zur Bearbeitung von Gyrotron-Komponenten eingesetzt wird – Geräten, die Plasma in Fusionsreaktoren aufheizen.
– Unsere Lösungen kommen dort zum Einsatz, wo Präzision und Zuverlässigkeit zählen – betont Katarzyna Sawka, Vizepräsidentin für Marketing. – In der Raumfahrtbranche sind die Anforderungen extrem, und unsere in Polen entwickelten Öfen erfüllen sie kompromisslos.
Die Geschichte von SECO/WARWICK ist ein Beispiel dafür, wie polnische Ingenieurskunst Grenzen überschreitet. Vor drei Jahren lieferte das Unternehmen einem chinesischen Luftfahrtriesen einen Hochvakuumofen für die Produktion von Raumfahrzeugkomponenten – ein Beweis, dass Technologien aus der Woiwodschaft Lebus global wettbewerbsfähig sind. Auch wenn nicht alle Projekte offengelegt werden können, ist ihr Beitrag zur Weltraumforschung unbestreitbar.
– Wir sind nicht nur Zuschauer im Wettlauf um den Weltraum – resümiert Woźniak. – Unsere Anlagen sind Teil von Raketen, Satelliten und Lebenserhaltungssystemen. Das beweist, dass Polen nicht nur zu den Sternen aufblickt, sondern aktiv an ihrer Eroberung teilnimmt.
In einer Zeit, in der der Weltraum zur Arena eines neuen Technologiewettlaufs wird, zeigt SECO/WARWICK, dass der Schlüssel zum Erfolg nicht nur in Ambitionen liegt, sondern vor allem in präziser, erprobter Ingenieurleistung von Qualität. Und dass man selbst von einer kleinen Stadt in Polen aus, die Welt verändern und den Weltraum erobern kann.
Opr. W. Roszczuk (DS), fot. SpaceX
